Richtig lüften

Wollen wir gesund wohnen, reicht es nicht die Räume warm zu halten. Bedeutend wichtiger ist eine hohe Qualität der Raumluft, welche nur durch einen regelmäßigen Luftaustausch garantiert werden kann. Mit ein paar einfachen Lüftungstipps lässt sich das eigene Wohlbefinden deutlich steigern und Schimmelbildung vorbeugen.

4 Personen scheiden am Tag ca. 10 Liter Wasserdampf aus, das entspricht im Monat ca. 2 volle Badewannen. Richtig lüften ist daher unerlässlich!Viele Bewohner sind sich leider nicht bewusst, wie viel Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf pro Tag in einer Wohnung entstehen kann und wie wichtig es ist, diese abzuführen. Man geht davon aus, dass ein Vierpersonenhaushalt während eines Tages mehr als zehn Liter Wasserdampf an die Umgebung abgibt. Steigt dabei die relative Luftfeuchte über 60 Prozent, muss dringend Frischluft zugeführt werden. Besonders in der Heizperiode kann es sonst zu Kondenswasser an kalten Außenwänden kommen und somit die Schimmelbildung erheblich fördern.

Da wir die Luftfeuchte im Raum selbst nicht wahrnehmen und sehen können, sondern nur in Form von Wasserdampf, zum Beispiel beim Duschen, bietet sich die Kontrolle über ein sogenanntes Hygrometer an. Es misst permanent den Feuchtigkeitsgehalt der Luft und zeigt, wann es notwendig ist verbrauchte Raumluft gegen trockene Frischluft auszutauschen.

Wie lüfte ich richtig?

Für einen kompletten Austausch der Raumluft muss täglich mehrmals gelüftet werden. 3-minütiges Querlüften ist am effektivsten.Als Faustregel gilt: Mindestens zwei- bis viermal täglich Stoßlüften! Das bedeutet, Fenster in allen Räumen weit öffnen und für eine Dauer von fünf bis zehn Minuten kräftig durchlüften.
Für einen effektiven Luftaustausch sorgt dabei das Querlüften, bei dem gegenüberliegende Fenster und Innentüren weit offen stehen.
Ebenso wichtig, je kühler die Zimmertemperatur, desto öfter muss gelüftet werden, da kalte Luft weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann als warme. Ist es im Winter draußen sehr kalt, sind kurze Lüftungszeiten angebracht. Im Sommer hingegen garantieren dauerhaft angekippte Fenster ein ausgeglichenes Raumklima.

Auch in Räumen mit offenen Feuerstellen muss die Verbrennungsluft regelmäßig gegen frische ausgetauscht werden. Beim Kochen, Duschen, Bügeln oder auch bei einem feucht gewischten Boden sollte möglichst sofort das Fenster geöffnet werden. Dabei Türen geschlossen halten um die schlechte Luft nicht in der restlichen Wohnung zu verteilen.

Schimmelbildung im Schlafzimmer verhindern

Eine Sonderstellung nimmt das Schlafzimmer ein, da sich hier besonders schnell Schimmel bilden kann. Der Mensch stößt jede Nacht circa einen Liter Wasserdampf durch die Atmung aus. Morgendliches Lüften ist nach dem Aufstehen daher besonders wichtig um angesammeltes Kondenswasser an der Scheibe und Feuchtigkeit hinter Schränken abzutransportieren. In milden Sommernächten ist es ratsam das Fenster während der Schlafphase dauerhaft anzukippen.

Heizkörperthermostat während des Lüftens auf Schneeflocke stellen um ein unnötiges Aufheizen zu vermeiden. Um den Energieverbrauch nicht unnötig in die Höhe schnellen zu lassen, müssen Heizkörper während des Stoßlüftens immer komplett abgestellt werden. Der Grund ist ganz einfach: Strömt kalte Außenluft nach innen, öffnet das Heizkörperventil automatisch, unabhängig von der eingestellten Zahl, und versucht den Raum wieder voll aufzuheizen. Daher immer auf Frostschutz (Schneeflocke) stellen und nicht auf „1“.
Herrschen im Winter jedoch Minustemperaturen, kann es sein, dass die eingebaute Frostschutzsicherung des Thermostats ebenso zu einem Öffnen des Ventils führt. Auch hier wird der Temperaturfühler durch die einströmende eisige Luft von draußen in die Irre geführt. Damit dies nicht passiert, empfiehlt es sich, den Ventilkopf während des Stoßlüftens mit einem Tuch abzudecken.

Möbel fernhalten von kalten Außenwänden

Richtiges Lüften will gelernt sein und muss konsequent durchgeführt werden um ein gesundes Wohnen zu garantieren. Um Schimmel und Stockflecken in der Wohnung zu vermeiden ist eine gute Luftzirkulation daher dringend notwendig.

Möbel an Außenwänden sollten im Abstand von bis zu 10 cm zur Wand stehen, damit Luft besser zirkuliert und sich keine Feuchtigkeit bildet.

Wie bereits erwähnt sammelt sich Feuchtigkeit gerne hinter Schränken, da hier die Luft nur schwer zirkulieren kann. Besonders betroffen sind Möbel an Außenwänden. Es wird daher empfohlen einen Abstand von fünf bis zehn Zentimetern zwischen Wand und Einrichtungsgegenstand zu lassen. Überdies sollten große Schränke vorzugsweise auf kleinen Füßen statt auf einem massiven Sockel stehen, damit eine Luftzirkulation über und unter dem Schrank möglich ist.

Keller im Sommer und Winter richtig lüften

Falsches Lüften ist darüber hinaus auch eine häufige Ursache für feuchte Wände außerhalb der Wohnräume. Bestes Beispiel, der Keller. Viele Bewohner sind der Auffassung, es sei richtig feuchte Kellerräume durch Dauerlüften im Sommer trocken zu bekommen. Dabei passiert genau das Gegenteil und der Grund ist denkbar einfach. Keller sind von Natur aus eher kühl. Dringt im Sommer die warme feuchte Luft in das kalte Gemäuer, bildet sich schnell Kondenswasser an den betroffenen Stellen. Experten raten daher zum Lüften im Winter oder an kühlen Morgenstunden.

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